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16. Oktober 2020

299 Notfalltreffpunkte für die Aargauer Bevölkerung

Bedeutender Schritt im Entwicklungsschwerpunkt "Evakuation und Notkommunikation" Der Kanton Aargau lanciert ein Netz von Notfalltreffpunkten, das alle Gemeinden abdeckt.

Der Kantonale Führungsstab (KFS) oder andere Stellen des Bevölkerungsschutzes lösen im Bedarfsfall die Besetzung der Notfalltreffpunkte aus. Die Partner des Bevölkerungsschutzes sorgen für eine Inbetriebnahme innert weniger Minuten sowie den langfristigen Betrieb. Die Notfalltreffpunkte können für das Absetzen von Notrufen bei Störungen der Telefonnetze, als Sammelort für Evakuierungen, als Anlaufstelle zur Information der Bevölkerung oder beispielsweise als Abgabestelle für Trinkwasser eingesetzt werden.

Unerwartete Ereignisse können den Alltag auf den Kopf stellen. Das hat die Corona-Pandemie gezeigt. Was aber, wenn beim nächsten Ereignis die Strom- oder Telefonnetze betroffen sind? Wie setzen wir dann einen Notruf an Feuerwehr, Sanität oder Polizei ab? Was machen wir, wenn der Wohnort evakuiert werden muss? Und wie versorgen wir uns mit Trinkwasser, wenn die Trinkwasserversorgung gestört ist? Zur Unterstützung der Bevölkerung im Falle solcher Ereignisse führt der Kanton Aargau Notfalltreffpunkte ein.

In jeder Aargauer Gemeinde gibt es mindestens einen Notfalltreffpunkt. Die Notfalltreffpunkte befinden sich an gut zugänglichen öffentlichen Orten und Gebäuden und kommen bei ausserordentlichen Lagen wie schweren Naturkatastrophen, langandauernden Stromausfällen oder grossen Versorgungsengpässen zur Unterstützung der Bevölkerung zum Einsatz.

Sammelort, Anlauf- und Abgabestelle

Die Notfalltreffpunkte in den Gemeinden sind leicht erreichbar und ermöglichen eine dem Ereignis angepasste Nutzung. Sie dienen dazu, den Teil der Bevölkerung, der sich nicht selber aus der Gefahrenzone bringen kann, an bekannten Punkten in der Gemeinde zu sammeln. Von dort können Transporte aus dem betroffenen Gebiet erfolgen. Weiter können die Notfalltreffpunkte zum Beispiel für die Trinkwasserabgabe bei einer Trinkwasserverschmutzung genutzt werden.

Weiter sollen Notfalltreffpunkte auch für die Notkommunikation bereitstehen. Bei einem Ausfall der üblichen Kommunikationswege wird der Betrieb aufgenommen und über das Funknetz eine Verbindung zu den Einsatzkräften ermöglicht. Das Notkommunikationskonzept ist integraler Bestandteil des Evakuationskonzepts.

Informationsbroschüre für jeden Haushalt

In den kommenden Tagen werden Informationsbroschüren an alle Haushaltungen verteilt. Darin sind die Notfalltreffpunkte der jeweiligen Wohngemeinde auf einer Karte abgebildet. Die Broschüren enthalten zusätzlich Informationen zum Verhalten bei Alarm, Evakuation und Stromausfall.

Der Kanton Aargau empfiehlt, die Informationsbroschüre sorgfältig aufzubewahren, damit die Informationen bei einem Ausfall der Strom- und Kommunikationsnetze zur Verfügung stehen. Ersatzbroschüren können bei den Gemeinden bezogen werden, zum Beispiel auch beim Umzug in eine andere Gemeinde.

Alternativ stehen die Broschüren als PDF auf www.notfalltreffpunkte.ch (öffnet in einem neuen Fenster) zu Verfügung.

Vor Ort sind die Notfalltreffpunkte durch gut sichtbare Tafeln markiert.

Entwicklungsschwerpunkt "Evakuation und Notkommunikation"

Gesetze und Verordnungen auf Bundesebene verpflichten die Kantone, Vorsorgeplanungen im Bereich Katastrophen und Notlagen zu treffen. Unter anderem sind die Kantone verpflichtet, für die Überflutungsgebiete von Stauanlagen sowie für die Notfallschutzzonen 1 und 2 der Kernkraftwerke Evakuationsplanungen zu erstellen.

Die Notfalltreffpunkte sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeiten am Entwicklungsschwerpunkt "Evakuation und Notkommunikation" des Aufgaben- und Finanzplans 2020–2023, da eine Evakuierung nur sichergestellt werden kann, wenn auch ein entsprechendes Notkommunikationskonzept vorhanden ist. Die Notfalltreffpunkte stellen die Kommunikationsfähigkeit durch den Anschluss an das Polycomfunknetz sicher.

Das mehrstufige Evakuationskonzept sieht neben der Notkommunikation und den Notfalltreffpunkten auch Aufnahmestellen sowie Betreuungsstellen für die Unterbringung der zu Evakuierenden vor.

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